Freitag, 17. April 2009

Nachtrag Kosovo

Ein längst fälliger, langer Nachtrag zu meinen Erlebnissen im Kosovo:
Nach meinem Midterm- Training Anfang Februar am Ohridsee in Mazedonien beschlossen meine Mitbewohnerin Anna aus Finland und eine belgische Freiwillige – Bouke - gemeinsam in den Kosovo zu fahren. Die Chance auf dem Rückweg nach Montenegro über den Kosovo zu reisen wollten wir uns nicht entgehen lassen. Zudem habe ich vorher von ein paar Couchsurfern sehr schöne Bilder aus dem Kosovo gesehen und wollte schon die ganze Zeit dorthin, um mir selber einen Eindruck von dem ehemaligen Kriegsgebiet zu machen.
Also fuhren wir dann am 07.02 mit dem Bus nach Pristina, der Hauptstadt des neuestem Landes der Welt. Schon auf der Fahrt dorthin haben mich die riesigen Müllberge wirklich schockiert. Und Müll war einfach überall. Ich verstehe das nicht. Wer räumt das denn weg? Niemand, also wird es oft einfach angezündet. Und so wie Müll überall war gab es auch Schrottplätze an jeder Ecke. Und Keramik-/Steinfirmen. So werden die aus Westeuropa geklauten Autos wieder fit gemacht und die Leute können ihre vom Krieg zerstörten Häuser wieder aufbauen. Genügend Geld wird ja von der USA und der EU ins Land gepumpt. Das ist echt unglaublich. Eigentlich sind die meisten Häuser wieder aufgebaut, nur manchmal sieht man noch die Ruinen ehemaliger Dörfer. Aber 100 m weiter steht schon wieder das neue Dorf. Ich war dann Anfang März noch mal in Bosnien und dort sieht die Situation ganz anders aus. Obwohl der Krieg dort schon viel länger vorbei ist als im Kosovo ist dort noch längst nicht alles wieder aufgebaut. Eigentlich ist der Großteil noch zerstört und Minen sind immer noch im ganzen Land vergraben. Und das ist wirklich schade denn es ist ein wunderschönes Land.
Ich merke jetzt schon beim schreiben, dass mir immer wieder was neues einfällt, was ich noch aufschreiben muss. Das war wirklich eine Reizüberflutung...auf jeden Fall:
Nach sechsstündiger Fahrt kamen wir dann am Busbahnhof an und wurden dann auch gleich von Matt, unserem Host bei Couchsurfing, mit seinem Pick-up Auto abgeholt und erst mal zu seiner Wohnung gefahren. Matt arbeitet bei der britischen KFOR (Kosovo Force) und macht da irgendwas mit Informationen oder was weiß ich was. Auf jeden Fall stellt die KFOR eine tolle Wohnung, in der es in der Küche sogar warmes Wasser gibt und sogar 24 Stunden Wasser für die Toilette in bester, gesicherter Lage. Das ist für den Kosovo schon was besonderes. Nachts wird die Wasserversorgung eigentlich eingestellt und es kommt auch sehr häufig zu Stromausfällen. Ich habe das in den 2 einhalb Tagen eigentlich gar nicht mitbekommen. Als wir dann die Wohnung betraten begrüßte uns erst mal der hässlichste Hund den ich je gesehen habe. Aber eigentlich war er wirklich ein lieber Hund, der gerne schnarcht und einfach alle Menschen liebt.
Da Matt zentrumsnah wohnte machten Anna, Bouke und ich uns gleich auf den Weg um Pristina zu erkunden. Die Stadt ist jetzt sehr modern, international, es gibt Mango (wo ich mir erst mal ein tolles Kleid kaufen musste) und tausend Cafes und Restaurants, die sich auf die vielen internationalen Mitarbeiter eingestellt haben. Schade ist nur das ein altes Pristina kaum noch existiert. Zumindestens konnte ich nur einige Moscheen und ein paar, an der Hand abzählbare traditionelle Häuser finden. Nachdem wir dann unsere Stadtbesichtigung abgeschlossen hatten, auf den Markt einkaufen gegangen waren versuchten wir dann den Rückweg zu finden. Leider war es gar nicht so einfach und es machte es nicht angenehmer, dass tausende von Raben die ganze Zeit über uns hinwegflogen. Ich war dann wirklich froh wieder bei Matt zu Hause anzukommen, die unheimliche Atmosphäre abzuschütteln, montenegrinischen Wein zu trinken und zu wissen, dass man durch eine Straßenbarrikade von den „bösen“ Menschen geschützt wird. Obwohl ich mich die ganze Zeit, die wir im Kosovo verbracht haben, wirklich sehr beschützt und sicher gefühlt habe. Denn so viele Polizisten und Sicherheitskräfte habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen. Und ich wusste immer, dass das nächste KFOR- Auto gleich um die Ecke gebogen kommt. Danke EU, dass du uns so gut beschützt.
Am nächsten Morgen zeigte dann Matt seine tollen Gastgeberqualitäten und fuhr mit uns zu einer serbischen Enklave, um uns ein orthodoxes Kloster (2. Foto) anzuschauen. Eigentlich habe ich mir die Situation schlimmer vorgestellt. Zwar war das Kloster durch die schwedische KFOR und Stacheldraht gesichert und man darf auch keine Waffen mit hinein nehmen aber ansonsten schien das Dorf sehr friedlich. Das Kloster war wirklich wunderschön aber der Nationalismus ist sowohl auf der albanischen Seite als auch auf der serbischen Seite deutlich zu spüren. So hängen alle hundert Meter albanische Flaggen oder es werden Bücher publiziert, die zeigen wie sehr die orthodoxen Kirchen und Klöster durch Kosovo-Albaner zerstört wurden.
Da wir danach allerdings nicht gleich wieder nach Pristina zurückkehren wollten entschieden Anna, Bouke und ich uns dafür noch nach Mitrovica zu fahren. Diese Stadt ist durch eine Brücke in einen albanischen und einen serbischen Teil geteilt. Zwar kann man mittlerweile ganz normal ohne Ausweiskontrolle über die Brücke laufen aber man sieht am Ende auf der serbischen Seite auch schon die belgische KFOR auf einen warten. In Mitrovica kann man die unterschiedliche Geldverteilung der Hilfsgelder auch deutlich sehen. Während die Häuser im albanischem Teil (4. Foto) entweder neu gebaut oder restauriert wurden verkommt das serbische Viertel (3. Foto) nach und nach dafür wächst der Nationalismus immer mehr und mehr. Ich kann mir hier wirklich nicht vorstellen wie ein Zusammenleben ohne internationale Präsenz möglich wäre. Besonders nicht nachdem uns ein großes Militärauto mit schussbereiten Soldaten entgegen kam. Das war schon heftig zu sehen. Und natürlich konnte man hier auch wieder in Dinar (serbische Währung) bezahlen.
Zurück auf der albanischen Seite machten wir uns auf den Weg zum Busbahnhof, der doch laut österreichischer KFOR, einfach nur die Straße gerade aus sein sollte. Leider war er es nicht. Als wir dann auch noch von Jugendlichen ausgefragt wurden, ob wir Serben seien und uns immer wieder Silvesterknaller vor die Füße warfen, wollten wir eigentlich nur noch schnell weg aus der Stadt und ich war froh eingequetscht in einem Bus, mit doppelt so vielen Sitzen wie erlaubt, zu sitzen.
Am 09.02. war dann leider auch schon wieder unser Abreisetag. Ich wäre zwar gerne noch länger geblieben aber Anna und ich wollten Bouke auch noch ein wenig Montenegro zeigen und ich freute mich ja eigentlich auch wieder nach Hause zu kommen. Aber den letzten Tag wollten wir noch mal so richtig genießen weshalb wir mit unserem Gepäck nach Prizren, der angeblich schönsten Stadt Kosovos, fuhren. Schon die Busfahrt war sehr interessant, denn wieder einmal spürte man den Nationalismus. Im Fernsehen lief eine Art Parodie über den Krieg gegen die Serben. Ich verstehe zwar kein albanisch aber man spürte den Hass gegen die Kosovo-Serben ganz deutlich. Solche „Unterhaltungssendungen“ sehen dann schon kleine Kinder und die wachsen dann mit den Hassgedanken auf. Wie soll sich da die Situation jemals verbessern?
In Prizren angekommen konnten wir zum Glück unser Gepäck am Busbahnhof lassen und so die Stadt erkunden. Endlich fand ich auch das Haus an dem das Land allen Ländern dankt, die Kosova offiziell seit dem 17.02.2008 anerkannt haben. Schon interessant das Afghanistan eines der ersten Länder neben Albanien war und sogar Samoa Kosova anerkannte. Der alte Teil von Prizren ist auch wirklich sehenswert. Kleine Gässchen, Moscheen und viele Cafes. Es gibt sogar eine orthodoxe Kirche, die allerdings schon lange geschlossen und das Betreten verboten ist. Einen tollen Ausblick hat man dann von der alten Burg hoch über der Stadt. Um dorthin zu gelangen muss man allerdings durch das ehemalige serbische Viertel und das brachte mir wirklich ein unwohles Gefühl. Es ist absolut verlassen und zerstört und die Häuser sind durch Stacheldraht abgeriegelt. Auf der Burg angelangt, trafen wir dann auch noch einige Leute der deutschen KFOR, so dass sich die Möglichkeit bot mehr über die Geschehnisse in Prizren zu erfahren: Am Anfang des Krieges hat man die Serben für den Einzug der KFOR verantwortlich gemacht und ihre Häuser angezündet. Bis 2004 versuchte die KFOR die Serben zu schützen, beschloss dann aber das Viertel völlig abbrennen zu lassen. Heute leben noch ca. 60 Serben in der 200.000 Einwohner großen Stadt. Ich habe mich auch die ganze Zeit im Kosovo nicht getraut serbisch zu sprechen allerdings ist mir manchmal doch ein Wort herausgerutscht und ich fühlte mich sofort schuldig und unwohl.
Nach dem Abstieg von der Burg besuchten wir dann ein Bektaschi, ein Glaubensorden der Suffi-Moslems. Ich habe vorher noch nie davon gehört, weshalb es umso interessanter war einmal eine Bektaschi Gebetsstätte zu besuchen und ihre Gebräuche erklärt zu bekommen. So werden zu den Feierlichkeiten den Anhänger das Gesicht ohne Betäubung durchstochen und Männer und Frauen dürfen im selbem Raum beten.
Nach wunderschönen Erfahrungen stärkten wir uns noch mit Pizza und Tutku (türkische Kekse) für die 8-stündige Fahrt nach Montenegro und ich freute mich endlich wieder serbisch im Bus sprechen zu können.
Ich bin wirklich dankbar dafür, dass ich dass alles erleben durfte und ich werde diese außergewöhnlichen Eindrücke hoffentlich nie vergessen.

Dienstag, 10. März 2009

Dubrovnik, Mostar, Trebinje und der Frauentag

Ein aufregendes- und zugleich das letzte Wochenende, welches ich gemeinsam mit Anna zum Reisen nutze, liegt hinter mir.
Diesmal besuchten Aurore, eine französische EFD- Freiwillige, in Mostar, Bosnien. Da Dubrovnik auf dem Weg lag, beschlossen wir dort kurz anzuhalten. Allerdings regnete es an der Grenze so stark, dass selbst mein guter 1,90 € Schirm versagte und wir nass in Dubrovnik ankamen. Trotzdem war es schön, die sonst im Sommer mit Touristen überfüllte Stadt fast ganz für sich allein zu haben.
Nach ca. zwei Stunden begaben wir uns dann auf den Weg nach Mostar, die Stadt die durch die Zerstörung der Brücke 1993 weltweit in den Medien präsent war. Zuvor als Verbindung zwischen dem kroatischen und muslimischen Teil der Stadt genutzt, wurde sie von den Kroaten zerstört und erst 2004 wieder aufgebaut. Heute stehen die Touristen aus aller Welt auf der Brücke und winken fröhlich in ihre Kameras. Und selbst wenn die Stadt recht gut mit dem Tourismus verdient sieht man in der ganzen Stadt- auf kroatischer und muslimischer Seite- die Einschusslöcher der Pistolen, verlassene und zerstörte Häuser.
Diese Situation spiegelte sich auch im restlichen Teil Bosnien- Herzegowinas und in der Republika Srpska (autonome Region- geschaffen durch das Dayton Agreement 1995): verlassene Dörfer, zerstörte Häuser und Minenfelder. An den Anblick von zerstörten Häusern hatte ich mich schon im Kosovo gewöhnt- obwohl dort soviel Geld hineingepumpt wird, dass der Großteil schon wieder aufgebaut wurde- aber Schilder mit der Aufschrift „Vorsicht Lebensgefahr- Minenfeld“ werde ich mich wohl nie gewöhnen können.
Aber auch wenn man die Zerstörung Mostars und Bosniens nicht ignorieren kann fühlte ich mich in Mostar sehr wohl und verliebte mich sofort in Trebinje, welches wir auf der Rückfahrt besuchten. Und nie zuvor war mir der Frauentag so bewusst wie dieses Jahr. In ganz Osteuropa besitzt dieser Tag eine besonderen Wert. In Russland gilt der Tag bzw. der nächste Tag als Feiertag und es werden natürlich Blumen, Schokolade und sonstige Kleinigkeiten verschenkt. Auch für Anna und mich hielt mitten im Nirgendwo ein Auto und wir bekamen Blumen von der „Srpska Demokratska Stranka“ (demokratische serbische Partei) und am Montag noch einmal Blumen von Nina und Anja im Kindergarten.
Wo auch immer ich nächstes Jahr den Frauentag verbringen werde, hoffe ich, dass es ein genauso schöner 8. März wird wie dieses Jahr. So, ich wünsche allen Frauen noch alles gute nachträglich zum 8. März. Bis bald





Donnerstag, 26. Februar 2009

Fasching!

Nach endlos langen Jahren war es endlich mal wieder an der Zeit, dass mein Geburtstag auf den Rosenmontag fiel. Das letzte Mal geschah das als ich noch in den Kindergarten ging und nun wieder in einem Kindergarten. Und das schönste an dem Tag war, dass auch wir im Kindergarten einen „Maskenbal“ veranstalteten wollten.
Leider vergaßen drei Kinder bzw. deren Eltern die Kostüme, so dass wir noch schnell zwei Mäuse und einen Clown improvisieren mussten. Ansonsten feierte ich als Clover, von der japanischen Zeichentrickserie „Totally Spies“, zusammen mit der Katze Anna, der Maus Ewa, der Geisha Biljana, der Meerjungfrau Anđela, dem Cowboy Nemanja, der Hexe Anja und den Spidermans Sanjin und Stjepan. Es war wirklich ein schöner Geburtstag- zwar fern der Heimat aber trotzdem mit viel Liebe und schönem Wetter. Und danke Anna für meine schöne Geburtstagstorte (allerdings bin ich aufgrund von Kerzenmangel 40 geworden) und den schönen Geschenken von meinen Freunden und Familie. Da jeder weiß, wie sehr ich Ohrringe liebe bekam ich drei paar wunderschöne Ohrringe. Dazu einen tollen Jenabutton, die DVD von „Sinn und Sinnlichkeit“, Geld, eine deutsche „Glamour“, Kakao und Tee und eine wunderschöne selbstgebastelte Muschelkette. Ich habe mich wirklich über alle Geschenke sehr gefreut und werde diesen Geburtstag nie vergessen. Ich hoffe Anna wird sich morgen auch über ihre Geschenke freuen und einen unvergesslichen Geburtstag erleben. Srećan Rođendan Ana- Eritsa!

Freitag, 20. Februar 2009

Was ist aus der globalen Klimaerwärmung geworden?

Ich kann es gar nicht fassen aber zum ersten Mal seit 20 Jahren liegt hier in Bar Schnee. Und wie der Schnee kam ging der Strom.
Aber erst mal zu den guten Nachrichten: Am Dienstag startete die Qualifikation für die Weltliga im Waterpolo und Montenegro gewann verdient 13 : 7 gegen Rumänien. In der Werbung während des Spieles wurde dann immer der großartige Stromkonzern Montenegros gelobt. Da wir allerdings letzte Woche schon zweimal Stromausfall hatten, einmal davon in ganz Montenegro, vertraue ich diesem Unternehmen nicht mehr besonders. Und zwar zu recht.
Denn am Mittwoch kehrte dann endlich auch wieder das typische Winterwetter für Bar zurück. Mit Regen, Sturm und allem was dazu gehört. Mittlerweile an Stromausfälle gewöhnt überraschte es mich dann am Abend nicht als das Licht schon wieder ausging. Als ich dann vier Stunden später meinen Weg nach Hause leuchten wollte traf mich fast der Schlag. Denn es schneite wie verrückt und der Sturm war viel stärker als gewöhnlich. Gottseidank lebe ich hier schon lange genug, sodass ich mich auch im Stockdunklem zurecht finde. Das einzige was mir wirklich Sorgen bereitete war die Heizung, die mit Strom betrieben wurde. Aber ich war der Überzeugung, dass der Strom in der Nacht wiederkommen würde. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass wir 26 Stunden ohne Strom und Heizung auskommen müssen.
Für die Kinder war der nächste Tag ein toller schulfreier Tag an dem sie Schneemänner bauen können. Auch für uns war es ein freier Tag aber was kann man schon ohne Strom frierend machen? Am Ende betrug die Raumtemperatur 8 Grad Celsius, sodass ich dann aus Frust mein Geburtstagspaket schon vorher öffnete. Da nun die Stromleitung repariert wurden ist kann ich nun demnächst „Sinn und Sinnlichkeit“ gucken und meine deutsche „Glamour“ lesen.

Hier meine Tipps bei Kälte in der Wohnung:
1. Mittags Wein trinken
2. Tanzen
3. Sport treiben
4. Herumhüpfen
5. gemeinsam singen
6. auf dem Heizkörper liegen

Bis zum nächstem Stromausfall. Eure frierende Franzi

Samstag, 31. Januar 2009

Krusevac, Skopje...

Liebe Gruesse aus Krusevac, der alten Hauptstadt Serbiens.
Gestern abend bin ich nach einer 10stuendigen Fahrt gemeinsam mit Anna hier angekommen und begeben uns gleich zusammen mit Bouke aus Belgien nach Skopje. Am Sonntag reisen wir dann weiter zum Ohridsee, wo am Dienstag unser naechstes Freiwilligentraining stattfinden wird.
Auf dem Rueckweg nach Montenegro machen wir dann einen Zwischenstop im Kosovo.
Ich freue mich schon sehr auf die bevorstehenden Reisen, allerdings muss ich zugeben, dass ich schon wahnsinniges Heimweh nach Bar habe. Ich weiss ja, dass ich in 11 Tagen wieder da bin, aber die 11 Tage waere ich auch gerne am Meer. Auf der anderen Seite moechte ich natuerlich auch Mazedonien und Kosovo unbedingt sehen und ich bin mir sicher, dass es schoen wird.
Bis bald

Donnerstag, 22. Januar 2009

Es regnet, es regnet, die Erde wird nass...



Ja ja letzte Woche war das Wetter noch schön! Jetzt bin ich einfach nur froh, dass ich mir Gummistiefel in Istanbul gekauft habe.




Montag, 12. Januar 2009

Und nochmal einmal Weihnachten...

Nach einer schönen Woche in Jena und ein paar wunderschönen Tagen in Istanbul und in Sofia kam ich am 04.01. zusammen mit Anna und Ewa, unsere neue polnische Mitbewohnerin, wieder glücklich in Bar an. Allerdings war ich absolut nicht in der Stimmung am nächstem Tag wieder zu arbeiten.
Gottseidank änderte sich dann meine Stimmung am Montag sofort als ich Anja und Sanjin im Kindergarten sah. Und das schönste war, dass dies auch die einzigen Kinder für dieses Tag bleiben sollten. Das hieß wir waren vier Kindergärtnerinnen für zwei Kinder, so dass wir die Chance nutzten und mit den Kindern zum Meer gingen. Das Wetter war wirklich traumhaft schön: Nicht zu kalt, sonnig und auf den Gipfeln lag Schnee.
Am Dienstag konnte ich dann einen freien Tag genießen, weshalb ich mit Ewa einige Zeit am Meer verbrachte.
Für den Abend planten wir gemeinsam mit Biljana und ihren Freunden zu einem Kloster zu fahren und dort ein wenig orthodoxes Weihnachten zu zelebrieren. Schon den ganzen Nachmittag versammelten sich jede Menge Menschen vor der Kirche in Bar und es wurde ein großes Feuer entzündet. Dafür bringt jede Familie ihren eigenen Ast mit, weshalb auch unser gesamtes Haus mit Ästen und Zweigen geschmückt war. So sah man den gesamten Tag überall eine Art Osterfeuer und ich freute mich schon sehr auf unseren Ausflug am Abend. Leider konnte Anna nicht mitkommen, denn sie erwartete Paula, eine Finnin die ihren Freiwilligendienst in Thessaloniki verbrachte und nun auf Reisen ist. Doch ehrlich gesagt hat sie nicht besonders viel verpasst, denn es war einfach nur kalt. Obwohl es eigentlich wahnsinnig interessant war zu sehen, welch große Rolle die Religion in Montenegro spielt.

Um Ewa und Paula die Schönheit Bars zu zeigen wanderten wir dann am Mittwoch alle zusammen in den alten Teil von Bar und beendeten den Tag mit einer 25- minütigen Stadtrundführung für Paula. Ach Bar ist so schön, besonders mit der ganzen Weihnachtsbeleuchtung, dem unnatürlich gutem Wetter und meinen neuen Geschenken, die ich von Anna zu Weihnachten am Mittwoch geschenkt bekommen habe.






Montag, 15. Dezember 2008

You can stand under my umbrella...

Denn es regnet hier eigentlich jeden Tag mindestens einmal. Deswegen habe ich letzte Woche verzweifelt versucht Gummistiefel zu finden- leider ohne Erfolg. Erfolgreich ist allerdings mein Zahnputzprojekt im Kindergarten. Da die meisten Kinder mindestens einen schwarzen Zahn haben und sich manchmal nur einmal oder gar nicht am Tag die Zähne putzen war es an der Zeit wenigstens im Kindergarten Karies vorzubeugen. Seit ca. zwei Wochen bitten wir nun die Eltern darum eine Zahnbürste mitzubringen- bis jetzt hat leider nur die Hälfte daran gedacht. Aber ich bin so stolz auf Sanjin. Vor zwei Wochen feierte er seinen vierten Geburtstag und er besitzt ca. 10 Zähne und davon sind die meisten leider schwarz. Auch er brachte bis jetzt keine Zahnbürste mit, allerdings wollte er unbedingt Biljanas (die Kindergärtnerin) benutzen. Die riesige Zahnbürste in dem kleinen Mund! Als ich ihm dann aber die Zahnpasta geben wollte fing er fast an zu weinen, denn er hat noch nie Zahnpasta benutzt. Armer Junge- er wird sich wahrscheinlich wie Biljana mit 20 ein neues Gebiss machen lassen müssen. Gottseidank konnte Biljana Sanjin überzeugen Erdbeerzahnpasta zu probieren. Zwar hat er keine Ahnung wie man sich die Zähne putzt aber er „putzt“ sie sich dafür fünfmal hintereinander. Ein kleiner Erfolg, der mich sehr sehr froh macht. Demnächst werde ich dann erklären wie man sich die Zähne richtig putzt.

Und diese Woche konnte ich endlich seit drei Monaten mal wieder einen tollen Kaffee trinken. Ähnlich eines Latte Macchiatos, den ich wirklich vermisse. Denn am Samstag war mal wieder Waterpolozeit in Budva, weshalb wir beschlossen vorher uns nocheinmal die Altstadt anzugucken. Das letzte Mal das ich die wunderschöne Altstadt Budvas sah war Ende September und immer noch gut mit Touristen aus ganz Europa gefüllt. Dieses Mal war es sehr ruhig und gemütlich, denn seit letzter Woche wird die Weihnachtsbeleuchtung angebracht und die Geschäfte sind nun endlich geschmückt. Das hilft mir ein wenig um in meine geliebte Weihnachtsstimmung zu kommen.
Nach einem schnellen Kaffee begaben sich Anna und ich dann zum Waterpolostadium, welches schon gut gefüllt war- leider hauptsächlich von Budvafans. Während des gesamten Spieles herrschte eine super Stimmung und da Budva gegen Jadran (mein Lieblingsclub, der diese Saison noch nicht einmal verloren hatte) gewann hörten die Fans gar nicht mehr auf zu feiern und zündeten in der Halle Leuchtraketen. In Deutschland würde jeder Fussballclub eine hohe Strafe dafür zahlen müssen aber hier stört es niemanden.
Nach dem wir wieder zu Hause ankamen besuchten uns Alexandar und Janko und wir verbrachten die meiste Zeit der Nacht am Meer. Und es war nicht besonders warm, es war eigentlich richtig kalt. Es liegt sogar mittlerweile Schnee auf den Gipfeln, die ich von unserem Wohnzimmerfenster aus sehen kann.
Und dann fing es auch noch zu regnen an. Immerhin stand uns ein Regenschirm für vier Personen zur Verfügung. Bis früh um 6.30 Uhr saßen wir dann auf den kalten Bänken von „Cafe Martina“ und hatten gute männliche Heizungen. Das war auf jeden Fall eine schöne Nacht, auch wenn ich mich jetzt nicht besonders gut fühle aber ich bin so froh, dass alles erleben zu dürfen.
Seit Sonntag bin ich nun schon drei Monate hier- sozusagen Halbzeit. Ich kann gar nicht fassen, wie schnell die Zeit vergeht. Am Anfang dachte ich die Zeit würde nie vorbei gehen, aber seit zweieinhalb Monaten genieße ich die Zeit hier in Montenegro und wünschte sie würde nicht so schnell vorbeigehen. Denn am Freitag begebe ich mich ja schon auf meine Reise nach Deutschland und dann nach Istanbul. Wenn ich wieder zurück aus Istanbul bin bleiben mir nur noch 10 Wochen, in denen ich auf jeden Fall noch viel reisen und erleben und genießen möchte.
Ich bin so froh, dass ich meine eher sehr spontane Entscheidung nach Montenegro zu gehen, nicht bereue.

Samstag, 6. Dezember 2008

Awards, Awards, Awards

Anna ist Freiwillige des Jahres 2008! Denn am Freitag war internationaler Freiwilligentag und zu diesem Anlass wurden in Podgorica in acht verschiedenen Kategorien Awards verliehen. Am Donnerstag Abend erfuhr ich dann von diesem Ereignis, jedoch ohne weitere Erklärungen. Dadurch wurde dann unsere gesamte Wochenendplanung durcheinander gebracht.
So fuhren wir dann völlig ahnungslos nach einem kurzen Arbeitstag nach Podgorica und waren dann doch ein wenig überrascht über all die schick gekleideten Menschen. Nach einer viertel Stunde serbischer Reden, die weder Anna, Yousuf- ein französischer Freiwilliger, den ich von meinem On-arrival training kenne, noch ich verstanden. Und dann war es soweit: Anna wurde zur besten ausländischen Freiwillgen gekürt. Ich bin so stolz auf sie, selbst wenn die Entscheidung nur auf drei Personen fallen konnte. Netterweise gab es danach ein Buffet mit einigen Weihnachtsplätzchen. Dass war somit meine Einleitung in meine Weihnachtsstimmung. Denn anschließend fuhren Anna und ich zusammen mit einem anderen Freiwilligen aus Montenegro zu „Delta City“, das modernste Einkaufszentrum Montenegros. Dort sah ich dann zum ersten Mal hier einen Weihnachtsbaum und ordentliche, überschwängliche Weihnachtsdekoration wie es sich zu mindestens in Deutschland gehört. Und endlich mal wieder Zara...Und der arme Tom begleitete uns die ganzen zwei Stunden beim Shoppen. Ich glaube er hatte nichts zu tun gehabt. Nachdem wir dann ca. eine dreiviertel Stunde auf den verspäteten Bus warteten kamen wir spät abends glücklich mit unseren neuen Errungenschaften zu hause an und sahen eine weitere Stunde später unseren Zug, den wir eigentlich nehmen wollten, vorbeifahren.
Hier noch ein paar Impressionen von Sanjins 4. Geburtstag und Annas Award:




Mittwoch, 3. Dezember 2008

Montag, 1. Dezember 2008

Mal wieder Kotor, mal wieder kanadische Couchsurfer und Stari Bar

Von Freitag bis Sonntag boten wir unserer Couch bzw. Annas Bett einem Ehepaar aus Kanada an. Ich kann Couchsurfing wirklich empfehlen. Es ist eine tolle Möglichkeit Menschen aus aller Welt mit interessanten Erfahrungen kennenzulernen und gleichzeitig auch noch Wein spendiert zu bekommen. Und nun hatten Anna und ich auch endlich mal einen Grund den alten Teil von Bar zu besichtigen. So fuhren wir also gemeinsam am Samstag bei strömenden Regen mit dem Taxi in das ca. drei Kilometer entfernte Dorf. Da die Touristensaison nun auch vorbei ist waren wir die einzigen Besucher, wodurch wir keinen Eintritt bezahlen mussten.
Im Moment ist vom alten Teil Bars leider nicht sehr viel erhalten aber man kann sich die ehemalige Schönheit und Gemütlichkeit gut vorstellen, wenn man vorbei an den Ruinen auf den abenteuerlichen Wegen läuft. Denn genauso wie die Neustadt Bars wurde Stari Bar während des großen Erdbebens 1979 zerstört und seit dem ist im alten Teil von Bar noch nicht viel geschehen währenddessen die Neustadt komplett neu erbaut wurde.
Nachdem ich nun endlich sagen kann, dass ich nach zwei Monaten nun endlich die „Altstadt“ von Bar gesehen habe, kehrten wir in eine Konoba (traditionelles Restaurant) ein und tranken Granatapfelsaft und aßen Baklava. Ich würde sagen, dass war der schönste Platz auf Erden in dem Moment: traditionell eingerichtet, gemütlich, die Mutter kochte, der Sohn servierte und draußen nieselte es...
Am nächsten Morgen verabschiedeten wir dann die Kanadier, die sich in Richtung Albanien aufmachten, und ich schlief noch einmal ein wenig. Gegen Mittag bekam ich dann eine SMS von Biljana, der Kindergärtnerin, dass wir tatsächlich mit ihr einen Ausflug machen können. So trafen wir uns mal wieder bei strömenden Regen und fuhren zu sechst in einem Auto nach Kotor. Eigentlich beschlossen wir nach Cetinje zu fahren, aber Igor verpasste die Abfahrt und keiner von uns hatte etwas dagegen schon wieder nach Kotor zu fahren. Aber wir waren nicht auf die bevorstehende Anstrengung vorbereitet. Denn nachdem wir 1350 Stufen, falls man sie so nennen kann, erklommen haben, bot sich ein fantastischer Ausblick auf die Altstadt und die Bucht von Kotor. Am Zielpunkt angekommen trafen wir dann drei junge Franzosen die auf dem Weg nach Indien waren und nun Halt in Kotor machten.
Nachdem wir wieder wohlbehalten unten angelangten hatten wir uns einen Kaffee wirklich verdient. Deshalb fuhren wir nach Tivat und verbrachten die nächsten drei Stunden in einem Cafe und hatten eine Menge Spaß. Ich freue mich schon auf unser hoffentlich stattfindendes Tischtennisturnier.

Dienstag, 25. November 2008

Brrr aber ich habe einen Waterpolospieler angefasst!

Endlich mal wieder Waterpolo. Nachdem wir diese Woche gleich zweimal Couchsurfer aufnahmen, beschlossen Anna und ich mal wieder nach Herceg Novi zum Waterpolospiel zu fahren. Da wir Geld sparen wollten versuchten wir unser Glück per Anhalter zu fahren und waren durch eine kurze Fahrt mit der Fähre auch schneller als mit dem Bus.
In Herceg Novi angekommen bezogen wir das selbe eiskalte Zimmer wie sechs Wochen zuvor. So schlief ich schließlich mit drei Decken, zwei Schals, mehreren Schichten von T-Shirts, Pullovern und meiner Winterjacke ein und freute mich die ganze Nacht auf einen warmen Tee am Morgen und auf das Waterpolospiel am Samstag.
Und dieses war wirklich toll! Die Halle war ausverkauft und es war eine super Stimmung. Diesmal spielte Jadran Herceg Novi gegen CNA Barceloneta und gewann nur knapp 7 zu 6. Wahrscheinlich waren Anna und ich sogar im Fernsehen, denn unser Sitznachbar beschloss, dass der Waterpoloclub zu Serbien gehöre und verkündigte dies lautstark und zeigte stolz seine serbische Fahne. Da das Spiel sich gerade in einer sehr spannenden Phase befand zeigte die Aktion nicht gerade den Erfolg den er sich erhoffte.
Nachdem Spiel genossen wir den Abend im selben Restaurant, in dem die Waterpolospieler ihren Sieg feierten. Und der einzige Weg zur Toilette führte nun mal an den Spielern vorbei. Leider war ich zu schüchtern oder einfach nur durch die vielen gutaussehenden Männer überfordert aber ich habe die Chance verpasst sie einfach anzusprechen. Immerhin musste sich auch der Kapitän an mir vorbeizwingen J
Den weitern Abend verbrachten wir dann vor meinem Laptop und schauten eine BBC- Dokumentation über Länder, die noch nicht von der Welt anerkannt wurden sind. Jeder kennt Taiwan und die Regionen Abrachsien und Südossetien in Georgien. Aber ich habe noch nie von Somaliland in Somali, eine Region in Aserbaidschan und Transnistrien in Moldawien gehört. Diese Dokumentation hat mich sehr beeindruckt und ich würde am liebsten all diese Länder sofort bereisen.

Die nächste kalte Nacht wollten wir so früh wie möglich beenden, sodass wir schon um 10.00 Uhr anfingen nach Kotor zu trampen. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten kamen wir superschnell voran und sprachen mit interessanten Menschen. So fuhren wir mit einem Venezier und mit einem ehemaligen Waterpolospieler, der uns sein Liebesleid klagte. Ich hoffe seine Exfreundin findet bald eine neue Liebe.
Kotor ist genauso wie Herceg Novi eine Stadt mit einer wunderschönen Altstadt mit vielen kleinen Gassen und schönen Plätzen. Da die Touristensaison mittlerweile zuende ist, waren wir fast die einzigen Besucher und sahen dann sogar noch eine traditionelle Hochzeit die von Folkmusikern mit Trompeten und Tuba begleitet wurde. Leider habe ich den Brautstrauß nicht gefangen.
Da es schon wieder so kalt war, wärmten wir uns bei teurem aber sehr sehr leckeren Kuchen auf bis wir genügend Kraft gesammelt hatten um weiterzutrampen.
Nach insgesamt acht verschiedenen Fahrern kamen wir glücklich wieder in Bar an und hofften auf eine etwas wärmere Wohnung. Seit gestern wissen wir nun, wie wir wenigstens das Wohnzimmer heizen können und schlafen im selben Bett um die Wärme ein wenig zu teilen. Gut, dass ich mir einen wunderschönen Poncho gekauft habe und nun einen tollen Vorrat an Tee habe. Bis bald.

Sonntag, 16. November 2008

Endlich mal wieder tanzen...

Gestern Abend ergriffen Anna und ich endlich die Chance uns mit den anderen Freiwilligen zu treffen. Wir beschlossen den Abend in unserem Stammcafe „Las Ramblas“ zu verbringen und unsere Erfahrungen auszutauschen. Beide Mädchen sind genauso wie ich im September hier angekommen und versuchen hier ein Jugendzentrum aufzubauen. Es war wirklich interessant mit ihnen zu reden auch wenn sie ein wenig zu gläubig waren. So wurde ich ein wenig seltsam angeguckt als ich mir mein Bier bestellte. Und was verschlägt einen Südkoreanerin nach Montenegro? Sie betete für die Länder auf dem Balkan und wollte eigentlich in den Kosovo. Dort gibt es allerdings schon zu viele Freiwillige, die den Glauben verbreiten. Na ja...Aber sie waren nett und wir werden sie bestimmt bald wieder treffen. Leider mussten sie schon um 20.00 Uhr wieder nach Hause. Anna und ich wollten aber unbedingt tanzen gehen und den Abend in der Stadt verbringen, weshalb ich den Abend dann mit Tequila Sunrise fortsetzte. Da wir anscheinend wirklich oft Gäste in „Las Ramblas“ sind, ging dann die nächste Runde aufs Haus. Wir konnten es gar nicht fassen. In all den Jahren in denen ich ins „Zapata“ gegangen bin und White Russian getrunken habe, gab es nie ein Getränk auf Kosten des Hauses. Und hier nach 2 Monaten. Die Zeit vergeht so schnell. Unfassbar, dass ich wirklich schon zwei Monate hier bin. Auf jeden Fall werde ich mich noch lange darüber freuen, dass wir kostenlose Getränke bekommen haben.
Nach einem kurzen Abstecher nach Hause beschlossen wir in ein anderes Cafe zu gehen. Überraschender Weise trafen wir dort Biljana und verbrachten dann den restlichen Abend mit ihr. Zunächst besuchten wir ein Konzert und tanzten dann die nächsten drei Stunden in zwei verschiedenen Clubs zu mehr oder weniger guter Musik. Es war das erste Mal seit zwei Monaten, dass ich mal wieder tanzen war. Ich freue mich schon, wenn ich wieder in der Rose tanzen gehe. Einen Club für Indie oder Ska-Musik gibt es hier leider nicht, aber vielleicht in Istanbul. Denn letzten Sonntag haben wir endlich unser Hostel für Sylvester gebucht. Ich bin schon total gespannt und kann es kaum noch abwarten.
Bis bald

Donnerstag, 13. November 2008

Wir sind nicht die Einzigen!


Es gibt noch andere Freiwillige in Bar! Als wir am Sonntag im Supermarkt einkaufen waren bemerkten wir englischsprechende Leute. Wir konnten nicht anders und mussten sie einfach ansprechen. Und es stellte sich heraus, dass die zwei Mädels- aus Korea und den USA- Freiwillige einer christlichen Organisation sind und bei einer deutschen Familie leben. Da wir unsere Nummern austauschten hoffe ich, dass wir uns bald mal treffen können.
Ansonsten passierte diese Woche nicht viel. Heute war ein schrecklicher Tag im Kindergarten. Mich trifft es mittlerweile nicht mehr so hart, wenn die Arbeit nicht gut läuft. Aber Biljana, die Kindergärtnerin, musste heute weinen, weil sie so unzufrieden mit ihrer Arbeit war. Ich weiß, dass so eigentlich nicht weitergehen kann, aber ich frage mich auch, aus was für einen Elterhaus die Kinder kommen. Wird sich da nach der Toilette nicht die Händegewaschen? Und warum muss für einen fünfjährigen Jungen das Brot in kleine Stücke geschnitten werden? Armer Junge.
In unserer Freizeit waren Anna und ich sehr fleißig. Für Juli nächsten Jahres planen wir einen Jugendaustausch nach Montenegro, um den Spielplatz wieder aufzubauen. Insgesamt sollen dabei Jugendliche aus fünf verschiedenen Ländern teilnehmen. Das wird dann größtenteils von der EU gesponsert, sofern sie unseren Antrag annehmen. Daher muss alles genau geplant werden: alle Kosten, das Programm, die Workshops, die Unterkunft...Aber ich freue mich schon sehr auf die bevorstehende Planung und auf die hoffentliche Durchführung. Bis zum 1. Februar muss alles fertig sein, also noch eine Menge zu tun.
Wenn wir nicht arbeiteten und planten schauten wir uns „Operacija Trijumf“ im Fernsehen an. Das ist praktisch „Deutschland sucht den Superstar“ auf dem Balkan, allerdings besteht die Hälfte der Show aus Big Brother. Natürlich drücke ich Nina aus Montenegro ganz fest die Daumen, aber auch dem armen Kerl, der kein Englisch kann und trotzdem einen Elvissong singen musste.Ich werde euch natürlich weiterhin mit den neuesten News aus dem montenegrinischen Fernsehen versorgen. Bis dahin

Sonntag, 9. November 2008

Sarajevo

Eine Woche voller neuer Eindrücke, Bekanntschaften und des Gedankenaustauschs liegt nun hinter mir und ich bin trotzdem froh wieder in Bar zu sein.
Letzte Woche Samstag fuhr ich bei ca. 25 Grad um sechs Uhr früh mit dem Bus nach Sarajevo. Dies war einer der landschaftlich schönsten Busfahrten, die ich bis jetzt unternommen habe: Die ganze Zeit war ich von den Bergen umgeben und schaute auf die Taraschlucht.
In Sarajevo angekommen, verbrachte ich das Wochenende dann in einer italienischen WG und war somit auch die ganze Zeit mit Italienern zusammen. Am Sonntag beschlossen wir dann mit einer großen Gruppe aus Italienern zu einem Wasserfall zu wandern. Als wir dann endlich den Wasserfall erreichten war ich ein wenig enttäuscht, denn es handelte sich doch nur um einen recht kleinen Wasserfall. Somit war dann das beste des Tages das Abendessen in einer kleinen Hütte am Rande des Wanderweges. Hier gab es keine Elektrizität, sodass wir das traditionelle bosnische Essen bei Kerzenschein und Gesang genießen konnten.
Den Montag verbrachte ich dann größten Teils alleine und besichtigte die Altstadt. Und diese ist wirklich einen Ausflug wert! Hier stehen katholische Kirchen neben orthodoxen und Synagogen neben Moscheen. So kommt es manchmal vor, dass gleichzeitig die Glocken der Kirchen läuten und der Muezzin zum Gebet ruft. Und in der Altstadt kann man sich herrlich in den zahlreichen kleinen Gassen verirren und den Händlern beim Herstellen ihrer Souvenirs beobachten.
Zum Mittag durfte ich dann auch eine Synagoge besichtigen und anschließend leckeres Kantinenessen genießen. Gegen Abend fuhr mich dann Emilio, einer der vielen Italiener in Sarajevo, zum Hotel Hollywood, wo das Training für die Freiwilligen, die ihren europäischen Freiwilligendienst auf dem Balkan tätigen, stattfand. Ich bin ein bisschen traurig, dass ich das Hotel wieder verlassen musste, denn wir hatten sogar einen Whirpool im Badezimmer und die Betten waren riesig.
Während der vier Tage des Trainings unterhielten wir uns viel über bestehende Probleme und wie wir sie lösen können. Während der Pausen gab es viel Zeit für intensive Gespräche, wie es den anderen Freiwilligen bisher ergangen war. Denn die meisten der ca. 40 jungen Menschen kamen wie ich vor anderthalb Monaten auf dem Balkan an. Das schöne an dem Seminar war auch die kulturelle Vielfalt und unsere unterschiedlichen Lebenserfahrung: Ich war die drittjüngste und die meisten hatten schon ihr Studium beendet. Zudem war ich die Woche größtenteils von französisch oder spanisch umgeben. Ansonsten gab es noch Freiwillige aus Belgien, den Niederlanden, Portugal, Griechenland, Polen, Österreich, Deutschland und Tschechien. Gottseidank gab es nur noch ein Mädchen aus Deutschland, denn ich ziehe es im Moment lieber vor Englisch zu sprechen. Ich bin viel zu sehr an Englisch gewöhnt und kann gar keine grammatikalischen Sätze mehr bilden. Am Ende habe ich dann doch versucht wieder deutsch zu sprechen, was mir aber nach wie vor nicht einfach viel.
Insgesamt muss ich sagen, dass das Training sehr hilfreich für mich war und dass ich hier einiges ändern werde. So werde ich zum Beispiel die Kindergärtnerin zwingen mit uns serbisch zu sprechen. Und falls wir irgenwann mal Urlaub nehmen können, habe ich auf jeden Fall genügend Kontakte in Mazedonien, Serbien, Bosnien, Kosovo und Kroatien. Während des Trainings habe ich auch gemerkt, dass ich nicht die einzige bin, die ihre Familie und Freunde so sehr vermisst, was mir sehr geholfen hat. Somit vergingen 5 Tage mit „lustigen“ Spielen aber auch ernsthaften Diskussionen über den Kosovo und den Krieg. Somit denke ich nun ernsthaft über eine neue Studienrichtung nach. Irgendwas mit Politik und Spezialisierung Balkan oder Slawistik. Ich brauch mal eine Studienberatung.Während der Rückfahrt realisierte ich dann, wie sehr ich mich wieder auf Bar und Anna freute. Sie bereite für mich Zimtschnecken vor und sie wollte mich vom Bus abholen. Da dieser aber überraschend direkt zum Busbahnhof fuhr, blieb mir nichts anderes übrig als ein Taxi zu nehmen. Der Taxifahrer erzählte mir das gleiche wie eine Woche zuvor und war nach wie vor stolz auf sein deutsches Auto und seine Frau namens Armenia. Oder vielleicht kommt sie auch aus Armenien und hat irgendwelche Verbindungen zu Deutschland. Zuhause angekommen wurde ich dann von Anna und einem neuen Couchsurfer begrüßt und genossen den Abend in unserer Stammpizzeria.

Samstag, 1. November 2008

Sarajevo

Nun bin ich nach siebenstuendiger Fahrt endlich angekommen und sitze hier in einer italienischen WG, in der die ehemalige Freiwillige wohnt. Ehrlich gesagt, geht es mir heute garnicht gut, aber ich hoffe das aendert sich,wenn am Montag das Seminar beginnt. Bis dahin. Hab euch lieb

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Wir sind wieder legale Personen!

Heute haben Anna und ich endlich, nach mehr als 3 Wochen, unsere Pässe wiederbekommen. Ich war zwar die ganze Zeit legal hier, aber Anna lebt seit einem Monat illegal hier. Nun kann ich beruhigt nach Sarajevo fahren. Und morgen bekommen wir dann sogar unser Geld. Das waren die ersten zwei guten Dinge an diesem Tag.
Nach der Arbeit beschlossen wir dann noch einmal in die Schule zu gehen, um die Englischlehrerin zu treffen. Und tatsächlich gab es Schüler, die sich für uns interessierten. Und da Bar eine kleine Stadt ist kannten wir sie. Die Mädels fuhren uns nahmen uns damals auf unserem Weg zum Madonnakonzert mit ihrem Cabrio ein Stück mit. Deshalb sagte ich, dass ihr Auto sehr schön ist. Damit wir die Schönheit auch weiterhin genießen sollten, schlugen sie vor mit uns nach spontan Ulcinj zu fahren. Diese Stadt wollte ich schon seit einigen Wochen besichtigen aber leider kam immer irgendetwas dazwischen. Wie sich dann herausstellte handelte es sich um eine Besichtigungstour aus dem Auto, denn die Mädchen mussten wieder zur Schule zurück. Aber das was ich, auf der Hinterbank eingequetscht, sah, hat mich beeindruckt. In Ulcinj leben 90 % Albaner und hier beginnt der muslimische Kulturkreis, sodass ich viele Moscheen zu sehen bekam. Ich hoffe, dass ich noch dieses Jahr die Möglichkeit habe, die Stadt erkunden zu können. Eines der Mädchen war schon einmal in Deutschland und konnte damals den Hype der ersten Staffel „Deutschland sucht den Superstar“ miterleben. Wer war noch mal Nikolas? Ich kann mich nur noch an Grazia, Daniel Kübelböck und Alexander erinnern. Und was ist eigentlich aus Daniel geworden?
Nachdem wir wieder zurück waren, traffen wir uns mit einem Israeli, der am „International TV Festival“ in Bar teilnimmt. Morgen werden wir uns dann wahrscheinlich auch ein paar Filme angucken, die im „Hotel Princess“ gezeigt werden. Und wie gesagt, Bar ist eine kleine Stadt, denn eine Frau aus dem Yogakurs arbeitet als Rezeptionistin dort.
Ich denke, dass war es dann für diese Woche. Bis bald

Dienstag, 28. Oktober 2008

PS.:

Übrigens habe ich mich jetzt für ein Vaterpolopraktikum beworben. Ich hoffe wirklich, dass mir jemand antwortet. Jetzt heißt es ersteinmal abwarten

Sind wir nicht tolle Gastgeber?

Denn von Donnerstag bis Sonntag haben wir unsere Couch für „Couchsurfer“ zur Verfügung gestellt. Wenn man eine freie Couch hat und diese für Reisende bereitstellen möchte, kann man sich unter http://www.couchsurfing.com/ registrieren. Ich finde diese Idee sehr praktisch, denn so trifft man die unterschiedlichsten Leute aus den verschiedensten Ländern.
Anna bekam eine Anfrage für Donnerstag von Paul aus England, der für zwei Nächte in Bar bleiben wollte. Da wir hier noch nicht viele Leute kennen entschieden wir uns ihn aufzunehmen. So holten wir ihn dann vom „Hotel Princess“ ab und bereiteten eine köstliche Tütensuppe als Abendbrot zu. Ich bin wirklich neidisch, dass manche Menschen die Möglichkeit haben drei Monate am Stück zu reisen. Leider mussten wir am nächsten Tag arbeiten, sodass wir früh zu Bett gingen.
Am Freitag erklärten wir uns dann als Stadtführer für Paul bereit, die aufgrund mangelnder Sehenswürdigkeiten nach 20 Minuten beendet war.
Überraschenderweise bekam auch ich eine Anfrage über Couchsurfing, obwohl ich erst seit Mittwoch angemeldet bin. Da ich dachte, der nächste Couchsurfer würde erst am Samstag kommen machte ich mir nicht weiter Gedanken über die Unterkunft in unserer Wohnung. So war ich dann sehr überrascht, dass mich Ste am Freitagabend anrief und fragte ob er wir ihn abholen könnten. Da wir spontane Leute sind entschieden wir uns für einen weiteren Mitbewohner aus England.
Am Samstag buk uns Anna dann leckere Zimtschnecken zum Frühstück. Danke Anna! Nachdem wir Paul am Nachmittag verabschiedet hatten, trampten Ste, Anna und ich nach Petrovac. Dies ist ein kleines, niedliches Städtchen, das als Highlight einen Sandstrand zu bieten hat. Das wollten wir unbedingt ausnutzen und nahmen die Badesachen mit. Während uns ein Schwede, der allerdings die meiste Zeit in London lebt, aber in Montenegro geboren wurde, nach Petrovac fuhr, überholten wir Paul, der immer noch auf eine Mitfahrgelegenheit wartete. So hatten wir einen schönen Nachmittag am Meer und ließen den Abend mit einem leckeren Nudelgericht und Bier ausklingen. Dabei zeigte uns Ste seine Fotos von seiner Reise. Er ist ebenfalls schon seit drei Monate unterwegs und war schon in Polen, Rumänien, Ukraine, Albanien und im Kosovo. Die Fotos waren wirklich interessant, besonders die vom Kosovo. Ich hoffe, dass wir irgendwann Urlaub nehmen können, um dann ebenfalls viele Länder zu bereisen.
Am späten Sonntagnachmittag, nach einer heißen Schokolade in „Las Ramblas“ verabschiedeten wir dann auch Ste und wir bereiteten uns auf die nächste Arbeitswoche vor.
Am Samstag werde ich dann nach Sarajevo, Bosniens Hauptstadt, fahren. Dort findet ab Montag mein on-arrival training für den Freiwilligendienst statt, bei dem ich sicher eine Menge tolle Leute kennenlernen werde. Da ich auch etwas von der Stadt sehen möchte, verlasse ich Bar schon am Samstag und werde für zwei Tage bei der ehemaligen Freiwilligen aus Italien wohnen. Ich freue mich schon sehr, denn die Stadt soll sehr schön und sehenswert sein. Ich schreib euch dann. Hab euch lieb

Dienstag, 21. Oktober 2008

Ich wünschte es wär immer Wochenende...

Am Freitag fuhren Anna und ich nach der Arbeit mit dem Bus nach Herceg Novi um dort das Wochenende zu verbringen. Dieser „Kurzurlaub“ war schon lange geplant, denn es fand die Qualifikation für die „Euro League“ im Wasserpolo statt, die wir natürlich nicht verpassen konnten. Eigentlich sollten wir in Kotor in einem Appartement von Ivanas Schwester wohnen. Da hier aber vieles was gesagt wird mit einem „vielleicht“ versehen wird hatten wir also keine Ahnung, wo wir eigentlich schlafen sollten und beschlossen gleich nach Herceg Novi zu fahren, wo sich die ganzen hübschen Wasserpolospieler aufhielten.
Aber ich war mir sicher, dass wir schon irgendwie ein Zimmer finden würden und so genoss ich die wunderschöne Fahrt entlang der Bucht von Kotor. Hier reichen die Hänge der bis zu 1500 Meter hohen Berge bis zum Meer hinunter. So schaut man auf der einen Seite auf ein fantastisches Bergpanorama und auf der anderen Seite auf das spiegelglatte Meer.
Die Bucht von Kotor ist zugleich auch der tiefste Fjord der Adria, was die Fahrt noch schöner machte. Ehrlich gesagt fällt es mir schwer, die Schönheit der Natur zu beschreiben und auch auf Fotos festzuhalten. Man muss es einfach mit eigenen Augen sehen, aber ich hoffe mit den Fotos wenigstens einen kleinen Einblick geben zu können.
Nach der dreistündigen Fahrt fanden wir tatsächlich sofort nach Verlassen des Busses ein Zimmer, denn eine ältere Dame wartete am Busbahnhof auf die nach zimmersuchenden Touristen. So konnten wir eine halbe Stunde später das erste Wasserpolospiel des Wochenende sehen. Das Spiel war relativ gut und natürlich gewann mein Team aus Herceg Novi gegen ein Team aus Ungarn. Um den Abend ausklingen und um den Kurzurlaub einzuläuten gönnten wir uns ein kleines Dinner im Restaurant und einen großen Eisbecher in der hübschen Altstadt. Dabei konnte ich den Salsaklängen lauschen, da im benachbarten Café Tanzstunden gegeben wurden. So ließen wir den Abend gemütlich ausklingen und verbrannten all die aufgenommenen Kalorien während des anstrengenden Treppensteigens in der Altstadt.
Am nächsten Morgen kauften wir auf dem Markt Früchte und Pavlaka, eine Art herzhafter Aufstrich, der aber auch für Soßen genutzt werden kann. So hatten wir ein perfektes Frühstück mit selbstgebacken Brötchen und setzen unser Frühstück in einem Café mit Cappuccino und Kuchen fort und genossen die Sonne. Natürlich konnten wir uns die Altstadt bei Tageslicht nicht entgehen lassen. Warum lebe ich nicht dort? Ich liebe die kleinen Gassen, die steinernen Häuser, die Katzen, die Berge und den herrlichen Ausblick aufs Meer.
Außerdem gibt es einen sehr schönen Laden indem ich mir einfach etwas kaufen musste. So bin ich nun stolze Besitzerin eines Tops und einer tollen Tasche, die ich nicht wirklich brauche. Aber sie wird bestimmt noch sehr praktisch sein. Um nicht noch mehr Geld auszugeben und um die Wärme zu nutzen, lies ich es mir nicht nehmen baden zu gehen. Zwar ist es sehr unbequem sich auf den Steinstrand zu bräunen, dafür ist das Wasser wunderbar klar und sauber.
Am Abend begaben wir uns dann wieder zur Schwimmhalle und ich verfolgte das beste Wasserpolospiel, welches ich jemals gesehen habe. Nicht das ich viele gesehen habe, aber es war wirklich spannend. Es dauerte über fünf Minuten bis das erste Tor fiel und jeder Punkt war hart umkämpft. Das spürte das Publikum und feuerte die Mannschaft kräftig an. Diese Atmosphäre kenne ich nur vom Fussball, zum Beispiel beim Pokalspiel. Ich wünschte mir, dass das Spiel nie enden würde. Leider ging mein Wunsch nicht in Erfüllung, so dass ich mich nur noch auf das Spiel am Sonntag freuen konnte.
Da das Spiel schon früh stattfand frühstückten wir diesmal in der Schwimmhalle und verfolgten dabei das letzte Spiel des Turniers. Da das wichtige Spiel schon entschieden war, gestaltete sich die Entscheidung eher langweilig aber eindeutig: Jadran CBK aus Herceg Novi gewann zum dritten Mal und entschied das Turnier für sich.
Anschließend tranken wir den letzten Cappuccino in der schönsten Stadt, die ich bis jetzt in Montenegro gesehen habe und es fiel mir schwer mich von ihr zu verabschieden. Aber wir wussten, dass der Heimweg diesmal länger dauern würde, denn wir wollten ein wenig Geld sparen. Also beschlossen wir wenigstens nach Kotor zu trampen. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwierig sein würde. Nach einer Stunde erbarmte sich endlich jemand uns mitzunehmen, so dass wir insgesamt fünf Stunden brauchten wieder nach Bar und wieder in den Alltag zu kommen.
Aber ich bin mir sicher, dass es nicht das letzte Mal war, dass ich in Herceg Novi und an der Bucht von Kotor war. Vaterpolo i Herceg Novi volim te!